Für Sonntag 21.10.2018 hatte die openHAB Foundation zum SmartHomeDay 2018 nach Ludwigsburg eingeladen. Der SmartHomeDay wurde zum 2. Mal ausgerichtet und liegt zeitlich vor der EclipseCon Europe, die am gleichen Standort stattfindet.

Die openHAB Community ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen. Trotzdem fühlt es sich noch jedes Mal wie ein Klassentreffen an. Es waren ca. 100 Personen angemeldet. Entsprechend schnell kamen alle miteinander ins Gespräch und konnten Gesichter hinter Commit-Messages und Forenbeiträgen wiedererkennen.

Drei Themenblöcke

Das Vortragsprogramm war in drei Themenblöcke unterteilt. Am Vormittag wurden die Highlights der Entwicklungen der letzten 12 Monate vorgestellt.

Hier empfehle ich den Vortrag von David Gräff, der über mehrere Monate das MQTT-Binding überarbeitet hat und nebenbei openHAB einen embedded MQTT-Server “spendiert” hat. Er berichtet dabei über seine Erfahrungen als Entwickler von Außen, der sich mit der openHAB-Community auseinandersetzen musste und die Pitfalls im Entwicklungsworkflow kennenlernen durfte. Hut ab für seine Leistung und vielen Dank für sein Engagement. Das Ergebnis bringt openHAB eine deutlich einfachere Inbetriebnahme.

Leider ist im Video in den ersten Minuten die Audiospur nicht besonders gut aufgenommen. Ab 6:45 ist es aber gut zu verstehen.

David Gräff auf dem SmartHomeDay während seiner Session zu MQTT for eclipse smarthome

Der Magier Yannick Schaus, der uns schon 2017 einen Einblick in seine Entwicklungen gab, setzte diesmal noch etwas drauf. Er hat unter Zuhilfenahme von OpenNLP “mal eben” einen openHAB-Chatbot entwickelt. Großartig Yannick. Danke dafür.

Zugegeben ich tue mich noch etwas schwer mit der Vorstellung, dass ich mit unserem Büro oder meiner Wohnung chatten kann. Aber da finden sich bestimmt noch sinnvolle Einsatzzwecke. Schaut selber.

Yannick Schaus auf dem SmartHomeDay während seiner Session Meet HABot - the Chatbot for openHAB

Praktische Anwendungen

Die Zeit nach dem Mittagessen gehörte der Praxis. Immer wieder schön zu sehen, wie Menschen mit openHAB Dinge anstellen. Bei den “Achtung-Hinweisen” von Christina Zenzes & Anna Backs von der codecentric AG musste ich schmunzeln. Auch sie sind auf das typische Problem der Namensräume gestoßen. Ist aber auch nicht einfach, ein belastbares Konzept für Sensoren und Aktoren zu finden.

Befindlichkeiten aus der Toolchain

Zugegeben der Nachmittag war für mich als Nichtentwickler etwas zäh. Ein paar Vertreter aus der openHAB-Entwickler-Community stellten sich Toolchains und Tools vor, um auf einem anschließenden Panel Kai Kreuzer zu überzeugen, dass Änderungen an der Toolchain vorgenommen werden sollten. Bei einer spontanen nicht repräsentativen Umfrage, welche der drei Möglichkeiten sich das anwesende Publikum wünscht, kam ein Gleichstand zwischen den Lösungsansätzen heraus. Also: “keine Updates!”, wie George Erhan in seinem Vortrag erwähnte?

Der Kern der Auseinandersetzung ist aber spannend. Es geht bei OSS-Communities auch immer um Nachwuchsthemen. Wer will schon gerne mit Software “rumspielen”, die veraltet aussieht, weil sie nicht auf moderne Toolchains setzt. Und bis die Community erklärt hat, warum gute Konzepte nicht zwingend immer die neuesten Trends aufgreifen und umsetzen müssen, orientieren sich die Interessierten oftmals dann lieber am aktuellen “heißen Scheiß”.

Spannende Gespräche

Wie immer auf Konferenzen geht es aber um die guten Gespräche vor und nach der Konferenz. Auch hier weiß die openHAB-Community zu feiern und ist offen für Teilnehmer*innen, die zum ersten Mal dabei waren.

Von mir ein großes Dankeschön an das Organisationsteam und die Sponsoren.

Weitere Eindrücke erhaltet ihr auch unter dem Hashtag #SmartHomeDay auf Twitter.