Freie Software als Schutz vor Ausspähung

Datum der Veröffentlichung

In der Meldung "Microsoft weiß, wo deine freie Zeit bleibt" berichtet Golem.de, wie mit dem Analytics-Modul von Microsoft das Verhalten von Office-365-Nutzern analysiert werden kann. »Das geht so gar nicht.«, zitiert das Onlinemagazin den ehemaligen schleswig-holsteinischen Datenschutzbeauftragten Thilo Weichert. Nein, digitale Souveränität ist das definitiv nicht.

Das Thema motiviert mich erneut dazu, Free and open source software (FOSS) als Alternative zu proprietärer (herstellergebundener) Software nach vorne zu holen.

Freie vs. proprietäre Software

Für die gängigsten herstellergebundenen Anwendungen gibt es mittlerweile Alternativen im Bereich der Freien Software. Dass diese kostenlos sind, ist nur ein Argument. Mehr und mehr geht es den Nutzenden auch um die Sicherheit ihrer Daten, was gerade im Geschäftsbereich enorm wichtig ist. Kann ich als Unternehmen gewährleisten, dass dem Datenschutz mit dem Einsatz meiner Software Genüge getan wird? Oft ist die Antwort leider ein klares "Nein".

Die unten aufgeführten Lösungen können alle auf eigenen Servern bzw. auf Servern in deutschen Rechenzentren gehostet werden. Allein damit ist schon ein großer Schritt in Richtung Datenschutz getan. Den Rest bringen die FOSS-Lösungen mit sich.

Alternativen

Hier eine kleine Auswahl für die gängigsten Aufgaben:

  • LibreOffice statt Microsoft Office oder Google Docs (zum Thema MS Office 365 ist unser Blogbeitrag Office 365 birgt Datenschutzprobleme (auch an Schulen) spannend)
  • Nextcloud statt MS Outlook oder Hersteller-Cloud: Cloud mit Groupware (Kalender, Kontakte etc.)
  • Rocket.Chat statt Skype: Chat mit Desktop- und Mobil-Clients
  • OpenProject statt z. B. Jira: Projektmanagement
  • Mautic statt Google Analytics oder Adobe Experience Manager: DSGVO-konformes Marketingtool (ein schönes Beispiel für den Einsatz von Mautic finden Sie im Blogbeitrag Double-Opt-In mit Mautic)
  • CodiMD statt Google Docs: Kollaboratives Arbeiten an Notizen in Echtzeit (Markdown)
  • GitLab statt GitHub: Software-Versionsverwaltung

Weitere Tools, die wir täglich einsetzen:

  • Wekan: Kanban-Board für agiles Arbeiten
  • Kimai: Buchen von Zeiten (Time-Tracking)
  • InvoiceNinja: Rechnungsprogramm
  • EspoCRM: Kundenpflege mit Anbindung an E-Mail

Fazit

Nach dem heutigen Stand der Technik ist es sehr wohl möglich, Freie Software datenschutzkonform auch im Bereich von Großunternehmen einzusetzen. Viele Unternehmen wollen sich nicht mehr von proprietärer Software abhängig machen und wechseln deshalb zu FOSS.

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Manfred Wöller

Manfred Wöller ist TÜV-zertifizierter Datenschutzbeauftragter, der im Team die Vorgaben des Datenschutzes technisch umsetzbar macht. Außerdem ist er leidenschaftlicher Vegan-Koch, der bei Community-Events für das leibliche Wohl sorgt.