Balkonkraftwerk aka Steckersolargerät

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Damit die Millionen von Miethaushalten aktiv an der Energiewende teilnehmen können, entwickeln wir im Rahmen unserer Firmenbeteiligung an der indielux GmbH praktische Lösungen für die Produktkategorie Balkonsolar. Unser Geschäftsführer Markus Vietzke - mit dem Georg Salvamoser Preis 2018 als "Held der Energiewende" ausgezeichnet - hat die Neufassung der dafür notwendigen DIN-Normen und Anwendungsregeln (VDE 0100-551 und VDE-AR-N 4105) des Verbandes der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik maßgeblich vorangetrieben. Diese legen die Anforderungen für parallele und dezentrale Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz fest. Das war ein entscheidender Schritt für den stark wachsenden Markt der Balkonkraftwerke, die übrigens auch Mini-Solaranlage, Plug&Play-Solaranlage, Bürgersolar, Solar-Socket oder Balkonmodul genannt werden. Oder eben Steckersolargerät.

Ganz einfach

Typischerweise werden bei derartigen steckerfertigen Systemen bis zu 2 Photovoltaik-Module (PV) mit einem Wechselrichter direkt an den eigenen Stromkreis angeschlossen. Das muss nicht durch einen Elektriker vorgenommen werden, sondern ist ausdrücklich für den Einsatz durch Laien vorgesehen. Als simple Übergabeverbindung wird dabei oft der bekannte Schukostecker genutzt. Allerdings sollte die bisherige Elektroinstallation erst professionell geprüft werden. Darauf kann wiederum verzichtet werden, wenn Sicherungsautomaten oder Schraubsicherungen vorhanden sind und nicht mehr als 600 Watt betrieben werden.

Registrierungspflicht!

Da aktuell leider nicht abschließend geklärt ist, ob es sich bei steckbaren Solargeräten um ortsfeste Anlagen handelt, sollte das Balkonmodul unbedingt bei der Bundesnetzagentur angemeldet werden. Das geschieht kostenfrei unter https://www.marktstammdatenregister.de. (Diese Prozedur kann durchaus 30 Minuten in Anspruch nehmen.) Wichtig: Kennt den Namen eures Netzbetreibers - das ist nämlich nicht der Stromanbieter!

Zählertausch?

Grundsätzlich wird das Steckdosen-Solargerät für den Eigenverbrauch eingesetzt. Der eigenproduzierte Strom ist preiswerter als der zugekaufte. Auch wenn es in geringem Umfang unproblematisch ist, den nicht selbstverbrauchten Strom ins öffentliche Netz einzuspeisen, solltet ihr so optimieren, dass es idealerweise zu einer Nulleinspeisung kommt. Wenn das nicht sichergestellt ist, kann euch ein Stromzähler mit Rücklaufsperre auf die sichere Seite bringen. Apropos: Haushaltsgeräte benutzen automatisch immer zuerst den Strom des Solargeräts und ergänzen dann mit Netzstrom.

Unser indielux Wattrechner

Zusammen mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin haben wir in den letzten Monaten den Wattrechner entwickelt. Damit könnt ihr selber überprüfen, ob ihr zu den Haushalten gehört, die etwa 10 % ihres Stroms für rund 8 Cent/kWh selbst produzieren können. Ich selber habe leider einen absolut ungeeigneten Nordbalkon und würde mir das nur aus Leidenschaft installieren. Das haben wir aber schon bei uns im Büro getan. Wir nennen den Standort liebevoll "Streulichternte".

Beispiel für ein Solarmodul

Weil wir immer wieder gefragt werden, wie groß so ein PV-Modul eigentlich ist, haben wir ein Foto vor der Montage gemacht.

Ja, unser Modell ist größer als die Tür :) Die Maße liegen bei 1,70 zu 1,10 m bei etwa 20 kg pro Stück.

Natürlich gibt es noch viele andere Typen. Sie unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich der Dimensionen, sondern auch in puncto Material, Anzahl, Größe und Wirkungsgrad der aufgebrachten Solarzellen. Und letztlich ist die Wahl sowieso abhängig von der verfügbaren Fläche.

Klimaschutz im Heimbetrieb

Wenn ihr jetzt immer noch Fragen zur elektrischen Sicherheit habt, können euch die konkreten Hinweise in den FAQs der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie Berlin weiterhelfen. Dort gibt es neben technischen auch ausführliche rechtliche Tipps. Denn einige Netzbetreiber versuchen weiterhin, ihre Kundschaft von Alternativen abzuhalten. Und das muss man sich nicht gefallen lassen.

Unser Wattrechner sagt euch übrigens für die verschiedenen Optionen die jährliche Geldersparnis und die jeweilige Amortisationszeit voraus. Gewinnen tut ihr in jedem Fall - unabhängig vom finanziellen Ertrag: Denn mit einem vergleichsweise kleinen Einsatz tut ihr ganz praktisch etwas gegen den Klimawandel!